28.09.2022

GRÜNE besuchten Evangelische Stiftung Neuerkerode

Foto (von links): Der grüne Landtagskandidat Nico Söhnel und der Sprecher der Sickter GRÜNEN Holger Barkhau zu Besuch in der Evangelischen Stiftung Neuerkerode

Söhnel: „Ein Ort zum Wohlfühlen“

Nico Söhnel, Kandidat der GRÜNEN für die Landtagswahl am 9. Oktober, und Holger Barkhau, Sprecher des Ortsverbandes Samtgemeinde Sickte der GRÜNEN, wurden bei einem Rundgang durch das Dorf Neuerkerode umfassend über die Einrichtung, ihre Möglichkeiten, aber auch über bestehende Hindernisse und Schwierigkeiten informiert. Tobias Henkel, der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn), Marcus Eckhoff (Geschäftsführer Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH) sowie Claudia Deichmann (Leiterin der Tagesförderung bei der Wohnen und Betreuen), erläuterten den umfassenden Ansatz ihrer Arbeit im Dorf Neuerkerode sowie in Wolfenbüttel und Braunschweig: Nicht abstrakte politische Zielsetzungen bildeten den Maßstab des Betreuungsangebotes, sondern die Wünsche, Fähigkeiten und Möglichkeiten der zu Betreuenden. „Inklusion ist ein gutes und erstrebenswertes Ziel“, erläuterte Tobias Henkel. „Aber nicht für jeden ist alles möglich und realistisch.“ Der Maßstab müsse sein, dass den betreuten Menschen mit Behinderung die Wohnform und die Beschäftigung ermöglicht werde, die zu ihren Bedürfnissen, Möglichkeiten und Fähigkeiten passten. Wer eigenständig außerhalb Neuerkerodes z.B. in Wolfenbüttel oder Braunschweig wohnen könne und möchte, erhalte die Gelegenheit dazu. Wer die Vertrautheit und Sicherheit der Einrichtung brauche, um sich wohl und zuhause zu fühlen, müsse auch diese Option wählen können. Gleiches gelte für den Bereich der Beschäftigung: „Für manche Betreuten kommen die Werkstätten für behinderte Menschen in Frage, während andere besser mit niedrigschwelligeren Angeboten im Rahmen der Tagesförderung zurechtkommen“, erläuterte Claudia Deichmann. So gebe es seit einiger Zeit das außerordentlich nachhaltige Projekt „Einfach Wasser“, bei dem Wasser mit und ohne Kohlensäure in Bügelflaschen von Menschen mit Behinderung unter Anleitung abgefüllt und in die Wohngruppen geliefert werde. Während des Besuchs überzeugten sich die Gäste von der wohlschmeckenden Qualität des Wassers und ließen sich die Anlage von den Mitarbeitenden erläutern.

Marcus Eckhoff erläuterte weiter gehende Perspektiven: „Inklusion bedeutet für uns nicht nur, dass Menschen mit Behinderung besser mit den Anforderungen des Alltags in Schulen, Arbeit und öffentlichem Leben zurechtkommen. Wir können uns ebenso vorstellen, die Einrichtung in Neuerkerode auch für andere Zielgruppen zu öffnen. Warum sollen Familien mit Kinder oder ältere Menschen nicht ihren Wohnraum in Neuerkerode haben? Warum sollen sich Firmen nicht auch auf dem Gelände Neuerkerodes niederlassen und gemeinsames Arbeiten von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen?“

Die mangelnde Anerkennung des Berufes „Heilerziehungspfleger*in“ war ein weiteres Thema des Besuchs. Es sei unverständlich, weshalb trotz der enormen Belastung in der Coronazeit die Heilerziehungspfleger*innen im Gegensatz zu Gesundheits- und Krankenpfleger*innen und Altenpfleger*innen keinerlei Zulagen erhalten haben. „Der Beruf „Heilerziehungspfleger*in“ muss aufgewertet werden – in der gesellschaftlichen Anerkennung und natürlich auch finanziell“, forderte Tobias Henkel.

Nico Söhnel zeigte sich tief beeindruckt von der positiven Atmosphäre, die er bei dem Rundgang wahrgenommen hat: „Wenn der Umgang miteinander nur überall in unserer Gesellschaft so wertschätzend wie in Neuerkerode wäre, dann wäre vieles besser.“ Er versprach, sich als Landtagsabgeordneter für die Belange der Menschen mit Behinderung und der in diesem Bereich Arbeitenden einzusetzen.

Sickter GRÜNE veranstalteten Fahrradtour

Foto privat: Beim Start in Sickte war es noch trocken – in der Mitte in der gelben Jacke der Landtagskandidat der GRÜNEN, Nico Söhnel.

Atommüll in der Asse sicher bergen und lagern

Zu einer Fahrradtour in die Infostelle Asse hatten hatte der Ortsverband Samtgemeinde Sickte von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingeladen. Bei kritischen Wetterverhältnissen machte sich eine Gruppe vom Café Burschenhof in Sickte aus auf zur Schachtanlage Asse 2, während andere Teilnehmende sicherheitshalber mit dem Auto zur Asse kamen. Bereits auf der Hinfahrt mussten die Teilnehmenden aus Sickte und Cremlingen sowie der grüne Landtagskandidat Nico Söhnel nicht nur den recht steilen Anstieg bewältigen, sondern auch dem zunehmenden Regen trotzen. Dennoch erreichte die Gruppe pünktlich die Infostelle Asse. Der Leiter der Infostelle, Frank Ehrlich, erläuterte den interessierten Gästen sowohl die Geschichte des Bergwerkes Asse als auch die Problematik des eingelagerten Atommülls. Einig waren sich alle Anwesenden, dass nur durch die im Atomgesetz festgeschriebene Bergung des Atommülls drohende Gefahren für die Umwelt abgewendet werden können. Diese Bergung müsse so schnell und sicher wie möglich durchgeführt werden. Unstrittig war auch, dass nach der Bergung die sichere Klassifizierung und Verpackung (Konditionierung) in unmittelbarer Nähe zur Schachtanlage erfolgen muss. Unterschiedliche Auffassungen hingegen wurden hinsichtlich der Zwischenlagerung deutlich. Während die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sich auf ein Zwischenlager in der Asse festgelegt hat, fordern die GRÜNEN ebenso wie die der Kreistag und die umliegenden Gemeinden und Samtgemeinden einen Vergleich verschiedener möglicher Standorte für ein Zwischenlager, um die sicherste Lösung herauszufinden und die Belastung der Bevölkerung zu minimieren. „Ich werde mich im Landtag dafür einsetzen, dass die Bergung des Atommülls und die Forderung nach einem fairen Standortvergleich angemessene Berücksichtigung finden“, versprach Nico Söhnel.

Bei Regen, Kälte und Wind radelten die Teilnehmenden anschließend bergab in Richtung Dettum, wo sie sich im Beekehus stärken und aufwärmen konnten, bevor in der Dunkelheit die Fahrt nach Sickte fortgesetzt wurde.  „Der Ausflug war informativ, herausfordernd und ein schönes gemeinschaftliches Erlebnis“, resümierte GRÜNEN-Sprecher Holger Barkhau abschließend.

12.08.2022

Geopunkt und Ölschiefer in Schandelah

Das Bild (privat) zeigt v.l. Holger Barkhau, Marie Kollenrott und Nico Söhnel

Marie Kollenrott, grüne Landtagsabgeordnete, und Nico Söhnel, Direktkandidat der GRÜNEN im Wahlkreis 9 (Wolfenbüttel-Nord) besuchten gemeinsam den Geopunkt Jurameer Schandelah in der Gemeinde Cremlingen. Sie zeigten sich beeindruckt von der Gestaltung des Geopunktes und auch des Naturpfads Wohld, die anerkannt sind und genutzt werden als außerschulische Lernorte. Exemplarisch betonten sie hier die Bedeutung des Geoparks Harz.Braunschweiger Land.Ostfalen für die Region, nicht nur unter dem Aspekt der Umweltbildung, sondern auch in touristischer Hinsicht.

Zur Sprache kam natürlich auch die Befürchtung der Bevölkerung vor Ort, der Ölschiefer von Schandelah könnte eines Tages doch noch abgebaut werden, da das Vorkommen auf Landesebene erneut als nationale Energiereserve planerisch gesichert werden soll. Ulrike Siemens von den Cremlinger GRÜNEN erinnerte in diesem Zusammenhang an den letzten Abbau von Ölschiefer, der während der Nazizeit zur Errichtung des KZ Schandelah - unweit des jetzigen Geopunktes - geführt hatte. Das KZ war zum Abbau des Ölschiefers im Tagebau zur Gewinnung von Treibstoff eingerichtet worden. 200 KZ-Häftlinge mussten dieses Unternehmen in den Jahren 1944/45 mit ihrem Leben bezahlen.

Schandelah steht mit dem Landschaftsschutzgebiet der Wohlder Wiesen auch für ein gelungenes Konversionsprojekt, bei dem ein Truppenübungsplatz zu einem nachhaltigen Gebiet mit wertvoller Flora und Fauna entwickelt werden konnte. „Bitterer Beigeschmack bleibt die Tatsache, dass wir uns jetzt mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine in eine Situation zurückversetzt fühlen, die wir glaubten längst überwunden zu haben“, merkte Nico Söhnel nachdenklich an. Marie Kollenrott betonte die Verantwortung, die auch die Landespolitik hier übernehmen muss.

Von der Fossiliensammelstelle, die während der derzeitigen Grabungskampagne wieder aufgefüllt wurde, nahmen Marie und Nico jeweils eine Ölschiefertafel mit als Erinnerung an die Schätze, die der Landkreis und das Land Niedersachsen zu bieten haben, aber auch als Mahnung, diese Schätze durch kluges politisches Handeln zu bewahren.

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